
“Nach dem Rechten sehen” Politfestival: Was (wirklich) tun?
Das „Nach dem Rechten sehen“ ist ein offenes Festival für politische Bildung, Aufklärung und Sensibilisierung in Bezug auf rechte Phänomene und Strukturen in der Gesellschaft. Einmal jährlich können die Besucher*innen an Workshops, Vorträgen, Bühnenstücken, Rundgängen, Ausstellungen etc. teilnehmen, um Themen wie Antisemitismus, Rassismus und Antifeminismus zu diskutieren und gemeinsam Präventionsstrategien zu entwickeln.
„Nach dem Rechten sehen“ is an open festival for political education, information and awareness raising regarding right-wing phenomena and structures in society. Once a year, visitors can take part in workshops, lectures, performances, tours, exhibitions, etc. to discuss topics such as anti-Semitism, racism and anti-feminism and to develop prevention strategies together.
Auch 2026 wollen wir wieder einen offenen Raum schaffen für politische Bildung, kritische Analysen und solidarische Begegnungen. Mit Workshops, Vorträgen, künstlerischen Beiträgen, Diskussionen und vielen weiteren Formaten möchten wir gemeinsam aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen beleuchten, voneinander lernen und neue Ideen für eine demokratische, solidarische Gesellschaft entwickeln.
Anmeldung: folge der Quelle
Stündlicher Zeitplan
Donnerstag
- 19:00 - 20:00
- Den Kampf aller gegen alle überwinden. Was eine solidarische Politik der Arbeit mit Antifaschismus zu tun hat
- Wir erleben derzeit eine massive Rechtswende, die sich nicht auf den Aufstieg der AfD beschränkt. Sie vertieft jene Dynamiken von Ungleichheit, Spaltung und Konkurrenz, auf denen unser Wirtschaftssystem beruht. Aktuell drohen immer mehr Unternehmen mit Arbeitsplatzabbau, fordern immer höhere Leistung oder stellen Tarifvereinbarungen in Frage, während die Regierung unzählige Kürzungen bei Arbeit und sozialer Sicherung vornimmt, begleitet von Entsolidarisierungskampagnen, die etwa "hart arbeitende Menschen" gegen Arbeitslose, Migrant*innen oder "Lifestyle-Teilzeit" stellen. Das leitet zusätzliches Wasser auf die Mühlen rechter Kräfte. Wie kann unter diesen Bedingungen eine solidarische Politik der Arbeit aussehen? Darüber müssen wir dringend sprechen.
Freitag
- 12:00 - 14:00
- Social Media nicht den Rechten überlassen! Aber wie?
- Wer auf Instagram, TikTok & Co rechtsextremen Content finden möchte, muss in der Regel nicht lange danach suchen. Und selbst, wer ihn gar nicht finden will, kriegt ihn vom Algorithmus zumindest bei Erstanmeldung ziemlich bald reingespült. Weil Social Media für viele ein Ort von Beleidigungen und Bedrohungen geworden ist, ziehen sich immer mehr Menschen von den Plattformen zurück. Wenn Social Media also längst von Rechten dominiert wird, wäre es nicht Zeit sich diese Orte zurückzuerobern? Was könnten konkrete Strategien dafür sein und was bräuchte es dafür? Über diese und weitere Fragen möchten wir in diesem Diskussions-Workshop ins Gespräch kommen. Besonderes Vorwissen ist dabei nicht notwendig. Der Workshop ist ein Angebot des politischen Bildungsprojektes _#hatebreach – Hass im Netz begegnen_ des Kasseler Vereins _Die Kopilot*innen e.V
- 12:00 - 15:00
- Response
- Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt nimmt zu – ob im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft oder an Schulen. Betroffene brauchen konkrete Unterstützung – dafür setzen wir uns ein. Wie kann ich unterstützen? Wie kann ich mich solidarisch an die Seite von Betroffenen stellen? Eine Veranstaltung für mehr Handlungssicherheit und gelebtes Engagement. Zielgruppe: Unterstützer*innen und Interessierte. Daher können wir keinen diskriminierungsfreien und sicheren Raum für Betroffene von Rassismus, Antisemitismus oder rechter Gewalt garantieren. Zum Kalender hinzufügen
- 14:00 - 16:00
- Sprechen & Zuhören – Gespräche von Mensch zu Mensch.
- Ob es um Demokratie und Menschenrechte geht, um Würde, Solidarität, Gleichwertigkeit… immer mehr lassen sich gesellschaftliche Entwicklungen beobachten, die diese Werte in Frage stellen. Sich Zeit zu nehmen und zu hören, „wie geht’s dir damit?“, ermöglicht, ein größeres Bild zu erkennen. Es können bereichernde Begegnungen auf Augenhöhe stattfinden, die unseren Horizont erweitern. Daraus kann sich weitere Kraft für das Miteinander entfalten. Sprechen & Zuhören ist ein in Dialogformat von Mehr Demokratie e.V. Zum Kalender hinzufügen
- 14:00 - 16:00
- Rechtsextreme Propaganda auf TikTok entlarven
- 15:00 - 17:00
- Performing Environmental Justice
- Wer profitiert von grüner Stadtentwicklung – und wer wird verdrängt? Was hat Umwelt mit Klassismus, Sexismus und Rassismus zu tun? Wie verändert sich die Nordstadt – und für wen? Performing Environmental Justice ist ein performativer Audiowalk, der sich mit Umweltungerechtigkeiten in der Nordstadt auseinandersetzt. Gemeinsam gehen wir auf Spurensuche. Hören und erleben verschiedene Perspektiven, Geschichten und Erfahrungen und fragen: wie könnte eine grüne und gerechte Nordstadt aussehen? Der performative Audiowalk entstand während des Workshops Performing Environmental Justice in einer Recherche und künstlerischen Arbeit zu Umweltungerechtigkeiten und Green Gentrification in der Nordstadt mit Lillian Beaumont und Nora Günter. Es performen und sprechen: Felicitas Funck, Jorrit Kleinsteuber, Loude Padre, Hadiyyah Zacharis und Lillian Beaumont Bitte mitbringen: ein Handy mit Internetzugang und Kopfhörer
- 15:00 - 18:00
- Antisemitismus nach 1945
- Antisemitismus ist ein zentrales Element rechtsextremen Denkens und ragt gleichzeitig in die Mitte der Gesellschaft hinein. Der Workshop zeigt Kontinuität und Wandel antisemitischer Vorstellungen nach 1945. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich antisemitisches Denken an die jeweils gegebenen politischen und gesellschaftlichen Umstände anpasst. Der Workshop bietet Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen, Akteuren und Plattformen antisemitischer Vorstellungen von den 1950er Jahren bis heute. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zur Reflexion der Auswirkungen auf direkt Betroffene und die demokratische Gesellschaft als Ganzes angeregt. Im Anschluss werden geeignete Reaktionen auf Antisemitismus im Alltag diskutiert.
- 16:00 - 18:00
- Ich will Raus – von der Exklusion zur Inklusion
- Mit seinem Roman „Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion“ blickt der Kasseler Journalist und Behindertenrechtsaktivist Ottmar Miles-Paul in die Zukunft. Anhand eines Anschlags eines Inklusionsgegners zeigt sich, dass die Themen der Selbstbestimmung, Inklusion und Aussonderung im Jahr 2034 nichts von ihrer Aktualität verloren haben – 25 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland. Dabei ist der Titel des Romans Programm: es geht darum, wie wir es schaffen, dass behinderte Menschen mitten in der Gesellschaft selbstbestimmt leben können. Im Roman geht es aber auch um das Erstarken der Rechten und die damit verbundenen Herausforderungen für behinderte Menschen. Also genug Stoff für die Diskussion im Anschluss an die Lesung.
- 16:00 - 18:00
- Die Stadt als Wohlfühloase – der ländliche Raum als Brutstätte des faschistischen Milieus?
- Die AfD schneidet bei Wahlen im ländlichen Raum besser ab als in der Stadt. Was ist dran an der alten NS-Losung „wir erobern die Stadt vom Land aus“? An hand der Wahlergebnisse wollen wir einen Blick auf Nordhessen werfen und überprüfen was an den Bildern über urbanen und ländlichen Raum dran ist. Hierbei werden die Erfahrungen aus der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus dargestellt. Im Anschluß wollen wir über Gegenstrategien ins Gespäch kommen.
- 16:30 - 18:30
- Widerstand durch Widerworte – ein feministischer Workshop zur verbalen Selbtsverteidigung
- Es sollen ein paar Grundlagen zu Kommunikation und Gesprächsführung sowie typische rhetorische Taktiken von „konservativen“/populistischen, insb. antifeministischen Akteuren besprochen werden. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten des Umgangs anhand konkreter (und gerne von den Teilnehmer*innen selbst mitgebrachter) Beispiele gemeinsam erarbeitet und diskutiert. Es wird u.U. kurz auf das Thema Self Care als Aktivist*in eingegangen werden.
- 18:30 - 20:00
- Aus der Praxis: Das „Haus der Demokratie“ in Gieselwerder
- Im „Haus der Demokratie“ in Gieselwerder entsteht ein Treffpunkt für die Menschen im Wesertal. Das Gebäude wurde 2022 vom Landkreis Kassel gekauft, um die Ausbreitung rechtsextremer Strukturen zu verhindern. Seither entwickelt sich dort ein Raum für Dialog, Vielfalt und bürgerschaftliches Engagement. Durch die Gründung eines Vereins im Herbst 2025 ist die Zukunft des Hauses nachhaltig gesichert. Im Workshop wird das Projekt vorstellt und mit Bildern ein Rundgang nachempfunden. Ihr erhaltet einen umfassenden Eindruck von der Entstehungsgeschichte, den bisherigen Entwicklungen und der wichtigen Rolle, die das „Haus der Demokratie“ für die demokratische Kultur in der Region spielt. Anschließend diskutieren wir über Gelingensbedingungen und Herausforderung des Hauses und übertragen die Erkenntnisse auf eure eigene Haltung oder andere ehrenamtliche Projekte. Ihr seid herzlich eingeladen, eigene Beispiele einzubringen!
- 20:00 - 22:00
- LIN
- LIN ist eine Soloband. Gitarre, Drums, Synthesizer und Loop-Station werden hier zu einer beeindruckenden Live-Show zusammengefügt, die schon unzählige Menschen in ihren Bann gezogen hat. Egal ob Festivalbühne oder Club, LIN hat in den letzten Jahren hunderte Konzerte in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich gespielt und dabei die Genre-sprengenden Power-Songs in die Nacht geschickt. Die rasant wachsende Hörer*innenschaft folgt LIN auch für die klaren politischen Botschaften. In den Songtexten inszeniert LIN eine Welt, in der gesellschaftlich gemachte Normen aufgebrochen und neu gesetzt werden. Nicht selten skandiert das Publikum bei den Shows gemeinsam Slogans wie „I am a feminist“ und setzt damit in Zeiten immer stärker werdender rechter Kräfte ein lautstarkes Zeichen. Nach der Veröffentlichung des Debütalbums „Gradient“ im Jahr 2023 hat LIN am 14.11.2025 mit „Focus On The In_Between“ ein neues Album veröffentlicht. Zum Kalender hinzufügen
Samstag
- 12:00 - 13:00
- Herr von Rehtanz
- 12:00 - 14:00
- FAU
- 10 Tipps für Kreativen Arbeitskampf. Punkt 9 wird dich Überraschen (und deinen Boss zur Weißglut treiben)!
- 12:00 - 14:00
- Rechte Symbolen erkennen und benennen
- Die extrem Rechte Jugend trägt wieder Lonsdale, aber auch Adidas-Trainer und Anzug sind häufig zu sehen. Der Workshop soll die Rolle von Modemarken in der extrem rechten Szene in Deutschland beleuchten und zeigen, wie Kleidung als politisches Erkennungszeichen aber auch als Weg in andere Gesellschaftsschichten genutzt wird. Anhand konkreter Beispiele wird deutlich wie bestimmte Labels gezielt Symbole, Codes und Designs einsetzen, um ihre Ideologie auszudrücken. Dabei wollen wir auch auf die Strukturen von Versandhändlern eingehen und uns mit der Wirtschaft die hinter rechten Modeprodukten, sei es Kleidung, Musik oder Sticker, steht auseinandersetzen.
- 12:00 - 14:00
- Displaced at home. ein ort, den man zuhause nennt
- Die Ausstellung „displaced at home. ein ort, den man zuhause nennt“ erkundet das Konzept der Heimat anhand der Geschichte jüdischer Menschen in Kassel vor, während und nach der Shoah. Dabei geht sie der Frage nach: Kann man in der eigenen Heimat vertrieben sein? Die Bilder und Dokumente der Ausstellung zeigen, wie aus fröhlichen Familienfeiern sowie aus angesehenen und integrierten Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Vertriebene werden, die systematisch entrechtet und vernichtet werden. Ein Schwerpunkt der Ausstellung besteht darin, jüdische Menschen nicht nur als Opfer darzustellen, sondern auch ihr widerständiges und aktives Handeln sichtbar zu machen. Die Erfahrungen in den Displaced-Persons-Camps (DP-Lagern) in Kassel veranschaulichen das Leben unmittelbar nach der Shoah sowie die Suche nach neuen Heimaten.“
- 12:00 - 14:00
- CAT*TALK
- Der Workshop CAT*TALK setzt sich mit dem Thema Catcalling auseinander und nutzt Auszüge aus dem Audiorundgang CATWALK*KASSEL. Dieser beschäftigt sich mit den Themen Sexismus und sexualisierter Belästigung im öffentlichen Raum. Inhalte des Workshops sind unter anderem, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und zu überlegen, was nötig ist, um Sexismus und Catcalling im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen und zu verhindern. Ebenso werden Möglichkeiten aufgezeigt wie nicht betroffene Menschen unterstützen und gute Verbündete sein können. Der Workshop ist für alle Geschlechter offen. Er richtet sich an betroffene und nicht betroffene Personen ab 16 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos. Wenn du teilnehmen möchtest, aber unsicher bist, ob du zu jung oder zu alt bist – dann melde dich einfach und wir besprechen das zusammen. Mitzubringen sind eigene Kopfhörer und ein Smartphone mit ausreichend Akku und Datenvolumen. Ihr könnt den Audiowalk jederzeit selbst ablaufen, alle Infos dazu findet ihr hier: https://catwalk-kassel.de/audiowalk Content Note: Die eingesprochenen Texte handeln von Catcalling (eine Form von verbaler sexualisierter Belästigung im öffentlichen Raum, sowie anzügliche sexualisierte Sprüche) und es wird über sexualisierte Übergriffe und sexualisierte Gewalt gesprochen. Der CATWALK*KASSEL ist das Abschlussprojekt von Zora Jöst, welches vom KOMMA Medienprojekt begleitet und unterstützt wurde. KOMMA ist ein Projekt von Die Kopilot*innen e.V.
- 14:00 - 16:00
- Christopher Coenen
- 14:00 - 16:00
- Omas gegen Rechts
- Zu Risiken und Nebenwirkungen von Rechtsextremismus lies‘ ein Geschichtsbuch oder frag‘ Deine Oma. Wenn Du keine Oma hast, frag‘ die OMAS GEGEN RECHTS. Wir setzen uns ein für eine demokratische, rechtsstaatlich organisierte, freie Gesellschaft. Wir sind gegen faschistische Tendenzen, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungen Behinderter, alter Menschen und Ausländern, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Sozialabbau. Wir wollen diesbezügliche Missstände in Politik und Gesellschaft mit geeigneten Methoden öffentlich machen. Gerade jetzt – angesichts zunehmender rechter Tendenzen – ist es notwendig, einen Beitrag zu leisten. Es geht hier um Widerstand, um Ermutigung, Vernetzung und Sichtbar – Machen: ALT SEIN HEISST NICHT STUMM SEIN!
- 14:00 - 18:00
- Galerie der Möglichkeiten
- Was bewegt Kassel? Wer macht was? Und was können wir gemeinsam auf die Beine stellen? Bei der Galerie der Möglichkeiten kommen FAU, ABAG, Nein zur Bezahlkarte, Rote Hilfe, T*Räumchen, Platz nehmen für Demokratie, Dynamo Windrad, Omas gegen Rechts, Sozial und Laut und Kassel gegen Rechts zusammen. Ein Raum zum Kennenlernen, Austausch, Vernetzen und Ideen spinnen. Dazu gibt es Kaffee & Kuchen, KüFa sowie Kinder- und Kreativangebote. Kommt rum, lernt Leute kennen und macht mit!
- 15:00 - 16:30
- Gedenkort Polizeipräsidium Rundgang
- An verschiedenen Stationen geht es unter anderem um Lilli Jahn, die geplanten Erinnerungstafeln und den Audiowalk. Anschließend gibt es Gelegenheit für Fragen und Austausch: Die Initiative stellt ihre Arbeit vor und wirft einen Blick auf aktuelle Bezüge und die Bedeutung des Erinnerns heute. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Spaziergang, Austausch und spannende Einblicke!Treffpunkt ist der NDRS Infopoint im Nordstadtpark.
- 16:00 - 18:00
- Ist Antifaschistische Wirtschaftspolitik die Lösung?
- Der Vortrag setzt sich mit der Forderung nach einer Antifaschistischen Wirtschaftspolitik auseinander. Diese wird im Anschluss an die Ökonomie-Professorin Isabella Weber dargestellt. Danach findet eine kritisch-solidarische Auseinanersetzung mit der zu Grunde liegenden Faschismusanalyse statt. Darauf basierend wird die Frage diskutiert, welche Formen eines ökonomischen Antifaschismus es braucht und was dabei zu beachten ist? Hier müsst ihr euch nicht anmelden, es sind ausreichend Plätze verfügbar.
- 16:00 - 18:00
- Nach dem Rechten fühlen“ – Gesunde Emotions- und Stressregulation unter ungesunden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
- „Ick kann jar nicht soville fressen, wie ick kotzen möchte“ (Max Liebermann 1933, als er in Berlin den Fackelzug der Nationalsozialisten zur sogenannten „Machtergreifung“ Adolf Hitlers beobachtete) Gemeinsam werden heutige Erwartungen, Erfahrungen und Möglichkeiten rund um’s menschliche Gefühlsleben erörtert und erarbeitet. Als Gerüst wird ein zentrales Modul aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) dienen, welches wir ebenso spielerisch wie zielführend an unser Leben unter den politischen und kulturellen Einflüssen „ranhalten“. Und daraus Schlüsse ziehen … für unsere eigene Gesundheit und für ein gesünderes Miteinander.
- 16:00 - 18:00
- Arbeitsgesellschaft und die autoritäre Formierung
- Was hat der Kapitalismus mit autoritärer Formierung zu tun? Diese Frage bearbeitet der Workshop aus Perspektive der Arbeit. Das Leben und der Alltag der großen Mehrheit der Menschen ist davon bestimmt, dass sie ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Werktag für Werktag, Jahr für Jahr, werden sie gefordert und müssen die vielfältigen Zumutungen der Lohnarbeit ertragen. Dabei sind sie einem kapitalistischen Normalvollzug, der undemokratisch organisiert ist und ihre konkreten Bedürfnisse ignoriert, unterworfen. Diese Zumutungen bringen in ihrer Form als Autoritäts- und Herrschaftsverhältnisse autoritäres Denken hervor und befeuern die Entstehung autoritär rechter Bewegungen. Dieses Verhältnis werden wir in unserem Workshop am Beispiel des Nationalsozialismus beleuchten. Dabei werden wir uns mit dem nationalsozialistischen Arbeitsethos auseinandersetzen, das Arbeit wesentlich als Selbstzweck, als sittlich-moralisches Gebot und vor allem als Aufopferung für die Volksgemeinschaft begriffen hat. Wir werden sehen, dass ein spezifisches Verständnis von Arbeit zu antisemitischer, antiziganistischer und sozialchauvinistischer Ausgrenzung und Vernichtung führte und sich heute aktualisiert in autoritären Bewegungen und Ideologien wiederfindet. Vor diesem Hintergrund werden wir uns mit radikaler Arbeitszeitverkürzung auseinandersetzen. Auch weil diese Forderung den deutschen Arbeitsethos und Vorstellungen, wonach wir Unternehmer:innen unserer Selbst sein sollen, zurückweist, eröffnet sie Wege für ein Verständnis menschlicher Wertigkeit, das nicht um Arbeit zentriert ist. Die 4-Stunden-Liga ist ein Bündnis, das 2016 in Kassel gegründet wurde und sich für radikale Arbeitszeitverkürzung und eine Wiederaneignung unserer Zeit im Hier und Jetzt einsetzt. Unsere Forderungen sind klar und einfach formuliert: Für den 4-Stunden-Tag! Bei vollem Lohn- und Personalausgleich! Zahlen muss das Kapital!
- 18:00 - 20:00
- Abschlussveranstaltung Nach dem Rechten sehen & Friends : Was (wirklich) tun?
- Was wirklich tun? – Wie umgehen mit dem Rechtsruck, fehlenden Geldern und einer immer härteren politischen Realität? Rechtsruck, zunehmende Ausgrenzung und autoritäre Politik bestimmen die gesellschaftliche Debatte. Gleichzeitig geraten linke, antifaschistische und solidarische Projekte immer stärker unter Druck: Fördergelder fehlen, Räume werden knapper und die politischen Spielräume enger. Doch was heißt das konkret für Kassel? Wie können wir rechten Positionen und gesellschaftlicher Verschiebung etwas entgegensetzen? Wo liegen die Handlungsmöglichkeiten – und wo stoßen wir an Grenzen? Was brauchen linke Strukturen, um nicht nur zu reagieren, sondern selbst politische Perspektiven zu entwickeln? Zum Abschluss unseres Festivals bringen wir verschiedene Kasseler Akteur*innen aus der linken Szene auf dem Podium zusammen. Gemeinsam wollen wir diskutieren, streiten und vor allem nach vorne schauen: Was können und müssen wir wirklich tun? Welche Strategien brauchen wir gegen den Rechtsruck? Wie gehen wir mit fehlenden Ressourcen um? Und wie schaffen wir es, trotz aller Widrigkeiten solidarische Strukturen aufzubauen und handlungsfähig zu bleiben? Kommt vorbei, diskutiert mit und lasst uns gemeinsam fragen: Was wirklich tun? Zum Kalender hinzufügen
- 21:00 - 23:00
- Punkabend in der Frau Alles
- Die Dynamit Action Gesellschaft ist kompromissloser Werratal-Punkrock mit Haltung. Seit 2019 zeigt das Trio aus Bad Hersfeld klare Kante gegen Rassismus, Sexismus und den Wahnsinn dieser Welt. Verpackt in schnellen, melodischen Deutschpunk ergibt das eine Agenda zum Mitgrölen und Pogo für die Freiheit ohne wenn und aber. Anfang ’25 hat die Band ihre zweite EP veröffentlicht, welche schnörkellos und in bester LoFi-DIY-Manier zeigt was auch live auf dem Programm steht: Widerstand. Abwärtstrend – mit der Welt geht es bergab, mit der Menschheit auch und mit uns sowieso – es scheint unaufhaltsam. Abwärtstrend verpacken Frustration und Wut, egal ob über soziales, politisches oder die eigenen Erfahrungen, in melancholisch, melodische und kraftvolle Punkrocksongs, die Ihr ab dem 05.12.2025 auf ihrem Debut-Album „was uns noch bleibt“ zu hören könnt!