
6 Jahre Hanau
Sechs Jahre nach den rassistischen Morden in Hanau werden wir den zehn Opfern gedenken. Hier in Osnabrück rufen wir dieses Jahr zu einer Mahnwache auf:
Kommt am 19.02.2026 zwischen 16 und 19 Uhr zum Neumarkt, um gemeinsam zu erinnern, zu trauern und sichtbar zu bleiben.
Sechs Jahre danach – SAY THEIR NAMES
Seit sechs Jahren leben die Angehörigen mit Schmerz und Wut. Sie sind Teil des Alltags geworden. Für die Angehörigen bedeutet Erinnern, die Geschichte immer wieder zu erzählen – so, wie sie geschehen ist. Gegen das Vergessen. Gegen die Verharmlosung. Gegen das Verdrehen der Wahrheit.
Ihre Namen sind eine Anklage. Sie fordern uns heraus, den rassistischen Normalzustand zu benennen und zu bekämpfen – im Alltag, in Behörden, in Politik, in Medien und in den Sicherheitsapparaten. Dort, wo weggesehen, relativiert und geschwiegen wird. Dort, wo Warnungen ignoriert und Betroffene nicht gehört werden.
Betroffenheit und Lippenbekenntnisse reichen nicht. Der Staat ist seiner Bringschuld nicht nachgekommen – bis heute nicht.
Ohne juristische Aufklärung und kritische Aufarbeitung bleibt alles, wie es immer war: Die Straflosigkeit in den Behörden geht weiter.
In einer Zeit, in der die Gefahr einer rechtsextremen Regierung real ist, sagen wir klar:
Nie wieder ist jetzt.
Wir fordern genaues Zuhören und echte Solidarität mit den Betroffenen. Solange wir nicht als gleichwertiger Teil dieser Gesellschaft anerkannt werden, sind rechte Gewalt und Ausgrenzung keine Ausnahme – sie sind die Folge dieses Zustands. Für die Verantwortlichen darf es kein „Weiter so“ geben. Nicht für die, die schweigen. Nicht für die, die wegsehen. Nicht für die, die vertuschen. Und nicht für die, die Täter schützen statt der Opfer.
In Erinnerung an
Sedat Gürbüz
Gökhan Gültekin
Mercedes Kierpacz
Hamza Kurtović
Said Nesar Hashemi
Vili Viorel Păun
Fatih Saraçoğlu
Ferhat Unvar
sowie Ibrahim Akkuş, der am 10. Januar 2026, sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag, an den Spätfolgen seiner Verletzungen verstorben ist.