
Gedenkkundgebung zur Befreiung von Auschwitz
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Dieser Tag mahnt uns, der Millionen Menschen zu gedenken, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden – insbesondere der sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die Opfer des industriell organisierten Völkermordes wurden. Erinnerung ist kein Ritual. Sie ist Verantwortung.
Die Auschwitz-Überlebende Ester Bejarano hat diese Verantwortung ihr Leben lang eingefordert – auch hier in Lüneburg, mit ihrer Musik und ihrem unermüdlichen Antifaschismus. Kurz vor ihrem Tod sagte sie: „Ihr seid nicht schuldig daran, was damals geschehen ist. Aber ihr macht euch mit schuldig, wenn ihr von der Vergangenheit nichts wissen wollt. Was in Gaskammern endete, begann mit Repression, Ausgrenzung und Rassismus.“
Dieser Satz ist von großer Aktualität – nicht nur mit Blick auf die USA, sondern auch hier in Deutschland. Rassismus, Antisemitismus, Hass und Hetze sind längst wieder Teil des Alltags. Sie treten in unterschiedlichen Formen auf: im Parlament, auf der Straße, in sozialen Netzwerken oder im persönlichen Umfeld. Sie gedeihen in einem Klima aus Angst, Unsicherheit und sozialer Spaltung.
Gerade deshalb ist der 27. Januar kein Tag der Vergangenheit, sondern ein Tag der Gegenwart. Wir gedenken nicht nur der Opfer – wir ziehen Konsequenzen. Wir stellen uns jeder Form von Menschenfeindlichkeit entgegen. Denn was damals begann, begann nicht mit Lagern, sondern mit Worten, mit Wegsehen, mit Schweigen. Wir widersprechen, wir solidarisieren uns, wir bleiben nicht stumm. Erinnern heißt handeln.
Das Lüneburger Netzwerk gegen Rechts ruft dazu auf, am 27. Januar gemeinsam zu gedenken und ein sichtbares Zeichen zu setzen.