
Nazizentren dichtmachen!
Weg mit der Hannoverschen Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig!
Spätestens seit Herbst 2024 erleben wir in Hannover eine Welle von Angriffen der Neonazisenzene auf Wohnprojekte, Veranstaltungszentren und Gedenkstätten. Diese Angriffe sind keinesfalls isolierte Einzelfälle, sondern Teil einer Strategie rechter Raumnahme. Extrem rechte Akteurinnen versuchen schrittweise Grenzen des gesellschaftlichen Widerspruchs auszutesten und die eigene Präsenz zu normalisieren. Genau das passiert aktuell viel unbemerkt in der Nordstädter Rühlmannstraße.
Die Villa der Hannoverschen Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Kaderschmiede der sogenannten „Neuen Rechten“ etabliert. Diese wird gleichermaßen von militanten Neonazis, Funktionären der AfD und ihrer Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) sowie Mitgliedern der Identitären Bewegung (IB) genutzt. Die Immobilie bildet dabei eine enorme logistische und finanzielle Ressource. Sie bietet eine Struktur, in der sich verschiedene extrem rechte Milieus, ungeachtet von Unvereinbarkeitsbeschlüssen und den neugierigen Blicken der Sicherheitsbehörden, vernetzen können.
Dabei können die Burschenschafter auf ein bundesweit agierendes Netzwerk von Mitgliedern zurückgreifen, von denen mehrere für die AfD in Landes- und Kommunalparlamenten sitzen. Neben diesem Draht in den rechten Rand der Parlamente gibt es auch Verbindungen zur Justiz. Unter den Mitgliedern sind mehrere Juristen, unter ihnen auch ein ver eidigter Verfassungsrichter aus Bayern.
Wie real die Gefahr ist, zeigt sich an der Gewaltbereitschaft, die von einigen Mitgliedern ausgeht. Beispielsweise wurde ein Burschenschafter 2024 wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubs verurteilt, weil er zusammen mit anderen Mitgliedern der Neonazigruppe Calenberger Bande einen Mann fast totschlug. Bereits zuvor wurde der Burschenschafter unter anderem für Angriffe auf Lokalpolitiker verurteilt. Weiter gibt es Belege für die Planung eines Brandschlags auf das Jugendzentrum Kornstraße.
Wir können es uns nicht leisten, tatenlos zuzusehen, wie sich vor unserer Haustür das Potenzial für weitere rechte Anschläge zusammenbraut. Genauo wenig dürfen wir es dem Zufall überlassen, die Faschistinnen bei einem ihrer Angriffe zu erwischen. Um ihnen jedoch wirksam entgegenzutreten, müssen wir zusammenhalten und ihre Strukturen sichtbar machen. Fangen wir damit in unseren eigenen Stadtteilen an.