„Nie wieder 1932“ – Demonstration

Im April 1932 gewannen bei der Landtagswahl im Freistaat Anhalt die Nazis über 40 Prozent der Stimmen. Die von der NSDAP geführte Regierungskoalition schlug Alfred Freyberg zum Ministerpräsidenten vor, er wurde vom Landtag zum Regierungschef gewählt. Der völkisch, rassistisch und sozialdarwinistisch auftretende Freyberg ließ bereits am 1. September 1932 den Schulerlass über „die Pflege des völkischen Gedankens“ veröffentlichen. Er verpflichtete die Schulen damit, im Unterricht das Gefühl für ‚Rassenzugehörigkeit und germanisches Erbgut‘ wiederzubeleben.

79 Jahre nach der Zerschlagung der Nazidiktatur sitzt die faschistische AfD im Bundestag und drückt über die Niederlage ihr Bedauern aus (Weidel). Die AfD propagiert die Ungleichheit der Menschen und appelliert an die niedrigsten Instinkte ihrer Gefolgschaft. Dabei trifft sie auf eine von Krieg, Fluchtelend, Umweltzerstörung und kapitalistischen Konkurrenzkampf verrohte Gesellschaft, bei der sie viele offene Türen einrennt. In diesem Land, wo (geflüchtete) Menschen als „die Mutter aller Probleme“ (Seehofer) wahrgenommen werden, wo in Nützliche und Überflüssige selektiert wird, wo den Niederträchtigen mit hohen Abschiebezahlen entgegengekommen wird, können die Faschist*innen der AfD zu Recht behaupten, sie seien die politischen Vorreiter. Innerhalb von 3 Tagen werden 100 Milliarden Euro für Mordwerkzeug unter Bravorufen von Bundestagsabgeordneten bereitgestellt. Investitionen in die öffentliche Daseinsvorsorge, etwa ins Gesundheitswesen oder den ÖPNV, werden dagegen kaum erhöht. Statt sozialen Wohnraum zu fördern, werden Mieten durch staatliche Zuschüsse in die Höhe getrieben und auch damit Neid und Missgunst in der Bevölkerung genährt zum Vorteil der faschistischen AfD. Überall wird materieller Überfluss bewundert, die das eigene Leben verhindernde Lohnarbeit als absolut notwendig, ihr Verlust als das Ende der eigenen Existenz gesehen. Gleichzeitig steigert dieses Menschenbild den Hass auf die „Faulen“, die „Schwachen“, die Überflüssigen „, die „Anderen“. Nur die Befreiung des Menschen aus seiner eigenen, kapitalistischen Unmündigkeit hin zu einer Gesellschaft der Freien und Gleichen wird der faschistischen Ideologie den Untergang bereiten. Erst wenn die materielle Existenz gesichert, die gesellschaftlich notwendige Arbeit gerecht verteilt und auf das notwendige Minimum beschränkt ist, kann ein Zusammenleben entstehen, in dem die Stellung des Individuums nicht mehr durch seine Möglichkeiten der Ressourcenverschwendung kommuniziert wird sondern durch seine Würde und Einzigartigkeit.

2024 stehen viele Wahlen an. Während die AfD sich keine Mühe mehr macht, ihre menschenfeindlichen Ziele zu verschleiern, bewegen sich auch Angebote anderer Parteien zwischen Entlastungen für Reiche, Arbeitszwang für Arme und „Ausländer raus!“. Damit wir nicht wieder Verhältnisse wie ab 1932 bekommen, rufen wir alle dazu auf, nur Parteien zu wählen, die sich den Menschenrechtskonventionen verpflichtet haben, zur Idee eines offenen Europa stehen und das Grundgesetz achten.

Datum

27.04.2024
Abgelaufen!

Uhrzeit

13:00

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Dessau-Roßlau, Hbf
Dessau Hbf, Fritz-Hesse-Straße 47, 06844 Dessau-Roßlau
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