
Say Their Names
Gedenkkundgebung für die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau
Für das Leben – gegen die Angst
Seit sechs Jahren kämpfen die Angehörigen der Opfer für Gerechtigkeit:
Seit sechs Jahren leben wir mit Schmerz und Wut. Sie sind Teil unseres Alltags geworden. Für die Angehörigen bedeutet Erinnern, die Geschichte immer wieder zu erzählen – so, wie sie geschehen ist. Gegen das Vergessen. Gegen die Verharmlosung. Gegen das Verdrehen der Wahrheit.
Ihre Namen sind eine Anklage. Sie fordern uns heraus, den rassistischen Normalzustand zu benennen und zu bekämpfen – im Alltag, in Behörden, in Politik, in Medien und in den Sicherheitsapparaten. Dort, wo weggesehen, relativiert und geschwiegen wird. Dort, wo Warnungen ignoriert und Betroffene nicht gehört werden.
— Initiative 19. Februar Hanau
In diesem Jahr gedenken wir auch Ibrahim Akkuş. Er überlebte den rassistischen Terroranschlag in Hanau schwer verletzt und starb am 10. Januar 2026 an den Spätfolgen der Schussverletzungen. Sein Tod macht schmerzhaft deutlich, dass die Folgen der Tat nicht mit dem 19. Februar 2020 endeten, sondern bis heute andauern. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freund:innen und allen Angehörigen und Betroffenen.
Wir schließen uns den Forderungen der Angehörigen nach Aufklärung und Konsequenzen an und möchten ein Zeichen der Solidarität von Heilbronn nach Hanau senden. Gerade in Zeiten, in denen rechte Hetze und Meinungsmache immer weiter in Gesellschaft und Politik Fuß fassen, ist es umso wichtiger, zusammenzuhalten.
Deshalb werden wir auch dieses Jahr in Heilbronn der Opfer gedenken und laden dazu ein, sich am 19. Februar um 18:00 Uhr auf dem Kiliansplatz zu einer Gedenkkundgebung zu versammeln.
Die Gedenkkundgebung ist kein Ort für Wahlkampf. Bitte lasst daher Parteifahnen, Symbole anderer Organisationen sowie Nationalfahnen zu Hause – danke!